Sagen & Legenden der Region Hohe Tauern

Um die bizarren Felsformationen und mächtigen Berge in der Region Hohe Tauern ranken sich zahlreiche Sagen und Mythen. Kein Wunder, die Natur war bedrohlich und außergewöhnliche Orte wie der Großglockner boten viel Stoff für Legenden.

Der Großglockner

Der höchste Berg Österreichs zieht die Menschen seit Jahrhunderten in seinen Bann: Der „Bruder des Kailash“, wie der auch Berg genannt wurde, ist zugleich Kraftplatz und Mythos. Der Legende nach verwandelte der Zauberer vom Hundstein bei Zell am See, das Wiesbachhorn in einen Gletscher, um die Bauern für ihre Verschwendungssucht zu bestrafen. Weil der Zauberer jedoch so unnachgiebig gegenüber den Bestraften war, die ihn um Gnade anbettelten, wurde er selbst in das Eis, der heutigen Pasterke, eingekerkert. Seit diesem Ereignis steht der Großglockner über dem Gletscher, um den bösen Zauberer zu bewachen.

Heiligenblut am Großglockner

Auch das Örtchen Heiligenblut am Großglockner hat seine eigene Legende: Der dänische Prinz Briccius, der mit seinem Vater am Kaiserhof in Konstantinopel war, erhielt vom Kaiser als Abschiedsgeschenk ein Fläschchen mit dem Blut Jesus Christus. Als er die Alpen überquerte, wurde er von einer Lawine erfasst und starb. Bauern kreuzten den Weg und sahen drei Ähren, die im tiefsten Winter aus dem Schnee wuchsen. Sie wollten das Phänomen erkunden, gruben tiefer und stießen auf den Leichnam von Briccius. Als sie versuchten, den Fremden zu bestatten, wollte ein Bein des Toten partout nicht unter der Erde bleiben. Also untersuchten sie den Fuß genauer und entdeckten, dass in der Wade ein Fläschchen mit Blut eingewachsen war. Briccius hatte versucht, es dort vor Dieben zu verstecken. Der Erzbischhof erkannte den Wert dieser Flasche – und so kam das Dorf zu seinem Namen Heiligenblut.

Der Jungfernsprung

Die tosenden Wassermassen des Zopenitzenbachs brausen fast senkrecht nach unten. Der Jungfernsprung ist ein wahres Naturschauspiel – mit drei Kaskaden und 130 Metern einer der schönsten Wasserfälle der Gegend. Seinen Namen hat der Ort von einer Legende: Eine Jungfrau flieht vor dem Teufel, dann steht sie plötzlich vor dem Felsvorsprung und sie glaubt, ihr Leben sei zu Ende. Sie springt – und Gott kommt ihr zu Hilfe: Von Engeln getragen landet sie unverletzt auf dem Boden. Noch heute soll manchmal in den Wasserschleiern ihr Gesicht zu sehen sein.

Lehrweg Natura Mystica

In Heiligenblut am Großglockner befindet sich der Lehrweg Natura Mystica. Auf den Spuren des sagenumwobenen Naturvolks der Hollalaitsch erleben die Besucher eine faszinierende Reise zu den Geheimnissen des Kachelmoors. Das Volk der Hollalaitsch lebte mit den Bauern in Heiligenblut in Symbiose und half ihnen. Der Lehrweg spricht alle Sinne an und führt die Besucher ein in die Geheimnisse der Region.


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